16 wertvolle erste Wildpflanzen im April erkennen

Überall grünt es wieder! Viele Wildpflanzen recken und strecken sich dem Licht entgegen.

In diesem Artikel nehme ich Euch wieder mit in meine Welt der Wildpflanzen. Ich war Anfang April auf Wildkräutertour und habe viele junge Wildgrünpflanzen für Euch entdeckt.

Wildpflanzen sind die besten heimischen Superfoods. Sie versorgen uns mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, sekundären Pflanzenstoffen und Chlorophyll.

Bärlauch

Schon die Römer und die alten Germanen kannten und nutzen den Bärlauch als Heilpflanze und Küchenkraut. Aus dieser Zeit soll wohl der Name Bärenlauch, Bärlauch, stammen.

Form der Blätter/ Pflanze: Aus einer kleinen schmalen Zwiebel wachsen im Frühjahr langstielige grüne Blätter sowie ein dreikantiger Stängel mit einer geschlossen Blüte, die sich im April/ Mai öffnet.

Achtung: Vorsicht ist beim Sammeln von Bärlauch geboten. Er kann leicht mit Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen verwechselt werden – beide Pflanzen sind giftig.

Mehr Informationen über den Bärlauch findest Du in meinem Blogartikel Bärlauch – hol Dir den Frühling in die Küche.

Bärlauch

Breitwegerich

Der Breitwegerich ist schon seit der Antike eine der meist verwendeten Heilpflanzen.

Form der Blätter/ Pflanze: Die Laubblätter sind löffelförmig und handtellergroß und sind als grundständige Blattrosette angeordnet. Die Blätter sind elliptisch und können kurz behaart sein.

Breitwegerich

Brennnessel

Die Brennnessel ist in Mitteleuropa heimisch und wächst fast überall. Diese alte Gemüsepflanze gehört zu den vielseitigsten Kräutern in unserer Region.

Form der Blätter/ Pflanze: Die Blätter sind gegenständig angeordnet und am Rand gesägt, die Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden.

ACHTUNG: Enthält auch Histamine. Für Menschen mit Histaminintoleranz ist die Pflanze weniger gut geeignet.

Mehr Informationen über die Brennnessel findest Du in meinem Blogartikel 8 Varianten Brennnesseln roh zu essen.

Brennnessel

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen ist eine der bekanntesten Pflanzen Europas.

Form der Blätter/ Pflanze: In Bodennähe wachsen die Blätter als Blattrosette. Eine Blattrosette bringt einen Blütenstängel hervor, an derem Ende dann die Blüte wächst. Das Gänseblümchen wird bis zu 15 cm hoch.

Gänseblümchen

Giersch

Viele Gartenfreunde empfinden Giersch als Unkraut, weil er sich so schnell vermehrt und können sich wohl kaum vorstellen, dass Giersch in früherer Zeit als Nutzpflanze wegen seiner Inhaltsstoffe und auch seiner Heilwirkungen angepflanzt wurde.

Form der Blätter/ Pflanze: Die Blätter sind leicht behaart und der Rand ist gezahnt. Das Gesamtblatt verzweigt sich dreiteilig. Der Blattstiel ist dreikantig, das Blatt ist dreigeteilt, und auch die Einzelblätter sind dreigeteilt.

Giersch

Gundermann

Früher war der Gundermann eine Allerweltspflanze, wurde zu Heilzwecken, zum Würzen und für die Ernährung verwendet.

Form der Blätter/ Pflanze: Das Blatt ist nierenförmig, mit eingekerbtem Rand und die Blätter sind kreuzgegenständig an-geordnet. Der Gundermann wächst ähnlich wie Efeu, er kriecht am Boden entlang und sobald er etwas findet, rankt er in die Höhe. Der Gundermann wächst kaum als einzelne Pflanzen, sondern tritt immer in größeren Mengen auf. Er wuchert gerne und kann als Bodendecker eingesetzt werden.

Gundermann

Klettlabkraut

Das Klettlabkraut ist fast in ganz Europa heimisch.

Form der Blätter/ Pflanze: Das Klettlabkraut hat ziemlich haarige Blätter mit einer leicht klebrigen Eigenschaft. Die waagerechten vierkantigen Stängel sind mit schmalen Blättern (6 bis 8 Stück) besetzt, die wie Quirle vom Stängel abstehen. Der Blattrand ist mit rückwärts gekrümmten Stachelhaaren versehen

Klettlabkraut

Knoblauchsrauke

Der Name Knoblauchsrauke bezieht sich auf den Duft der Pflanze, der entsteht, wenn die Blätter zwischen den Fingern verrieben werden.

Form der Blätter/ Pflanze: Die Blätter variieren in ihrer Form. Sie sind oben herzförmig, kleiner und spitz zulaufend und weiter unten groß und nierenförmig. Der Stängel ist schwach vierkantig und mit wechselständig angeordneten Blätter besetzt.

Knoblauchsrauke

Löwenzahn

Der Löwenzahn ist weit verbreitet, aber nur wenige Menschen wissen, welche Heilkraft er in sich birgt.

Form der Blätter/ Pflanze: Die Blätter sind länglich gezackt, und wachsen in Rosettenform aus dem Boden. Daraus wächst ein hohler runder Stängel, der bis zu 30 cm hoch wachsen kann. Später sprießen darauf Blüten.

Löwenzahn

Lungenkraut

Früher galt sie als die wichtigste Heilpflanze bei Lungenbeschwerden aller Art.

Form der Blätter/ Pflanze: Der Stängel ist leicht behaart und bringt raue Blätter, die oft weiße Flecken ausbilden, hervor. Die Pflanze zeichnet sich durch herz- bis eiförmige Grundblätter mit wenigen Borstenhaaren aus. Das Lungenkraut kann bis zu 20cm hoch werden.

Lungenkraut

Sauerampfer

Es gibt circa 130 verschiedene Arten der Ampfer, die alle in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel zu Hause sind.

Form der Blätter/ Pflanze: Bei den Blätter kann man sehen, dass die Fortsätze nach unten gerichtet sind und spitz zulaufen. Die Blätter sind lang gestielt, am Blattansatz befindet sich ein Häutchen, das den Stängel umgibt.

Sauerampfer

Schafgarbe

Die Schafgarbe ist in ganz Europa heimisch. Sie ist eine der ältesten Heilpflanzen der Erde.

Form der Blätter/ Pflanze: Bis Juni springen die zarten und feingefiederten Blätter direkt der Wurzel, bevor aus ihrer Mitte dann der Blütenstiel emporwächst. Die Stängel wachsen aufrecht, sind sehr fest und zäh. Bei den Blättern gibt es einen Mittelstrang, von dem kleine gefiederte Abzweige abgehen.

Schafgarbe

Scharbockskraut

Es ist eine der ersten frischen grünen Pflanzen, die im Februar oder März den Boden bedecken.

Form der Blätter/ Pflanze: Die gestielten Blätter sind herz- bis nierenförmig und glänzen leicht.

Achtung: Ich empfehle nicht zu viel vom Scharbockskraut zu verwenden, denn es enthält ein schwachgiftiges Alkaloid, das aber in den jungen Blättern unbedenklich ist, wenn man es nicht in Massen zu sich nimmt. Nach der Blüte NICHT mehr ernten!

Mehr Informationen zum Scharbockskraut findest Du in meinem Blogartikel Scharbockskraut – Vitamin C im Frühjahr.

Scharbockskraut

Taubnessel

Taubnesseln sind Hummelblumen. Nur Hummeln erreichen mit ihren langen Rüsseln den am Grund der Blüte befindlichen Nektar.

Form der Blätter/ Pflanze: Die Taubnessel ähnelt der Brennnessel, allerdings fehlen ihr die Brennhaare. Die Blätter laufen vorn ganz spitz zu, der Rand ist stark gezähnt. Der Stängel ist vierkantig, leicht behaart und die gestielten Blätter stehen sich gegenüber und wachsen gegenständig. Weiter unten Richtung Wurzel sind die Blätter herzförmig abgerundet und je höher man geht umso größer sind die Blätter, die dann eher oval und vorn spitz zulaufen sind.

Taubnessel

Vogelmiere

Die Vogelmiere ist eine Zeigerpflanze für nährstoffreiche und humusreiche Böden, sie liebt stickstoffhaltige Böden.

Form der Blätter/ Pflanze: Die Vogelmiere ist eine zarte, zierliche Pflanze. Es stehen sich jeweils zwei Blätter gegenüber, dann kommt ein Stück Stängel ohne Blätter, dann wieder zwei sich gegenüberliegende Blätter usw. Die kleinen Blätter sind eiförmig und spitz zulaufend. Der lange Stängel ist relativ dick, saftig und kann bis zu 40 cm lang werden. Oft liegt der Stängel fast parallel zum Boden.

Mehr Informationen zur Vogelmiere findest Du in meinem Blogartikel Vogelmiere – kleiner grüner Schatz in der Natur.

Vogelmiere

Wiesengras

Wiesengras ist für uns auch geeignet! Ja, wir können Wiesengras zu uns nehmen. Am besten in Form eines frisch gepressten Saftes.

Merkmale eines Süßgrases:

  • schlanker, runder, hohler Stängel
  • wechselständige Blätter
  • die Blätter bestehen aus Blattscheide, Blattgrund und dem Hauptblatt
  • die Süßgrasblätter umschließen den Stängel, bevor sie nach außen wachsen (das kannst Du gut erkennen, wenn Du ein Blatt leicht vom Halm wegziehst)
  • die Blüten von Süßgras bestehen in Form von feste Ähren, Rispen oder Trauben (blühendes Gras ist kaum noch genießbar)
  • typischer Knorpel am unteren Stängel (die leichte Verdickung spürst Du auch mit dem Finger)

Alle Inhaltsstoffe im Süßgras wirken synergetisch. Ihre Kombination bewirkt einen größeren Effekt als die Summe seiner Einzelkomponenten.

Mehr zum Wiesengras findest Du in meinem Blogartikel Wiesengras ist ein Lebenselixier.

Wiesengras

Wildkräuter wie Vogelmiere, Klettlabkraut, Gundermann und Taubnessel wachsen das ganze Jahr über, vor allem, wenn der Winter nicht zu kalt und frostig ist.

Und hier kommen noch zwei Buchtipps von mir zum Thema Wildkräuter, die ich sehr empfehlen kann:

Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden.

Dieses Wildkräuterbuch nutze ich schon seit einigen Jahren mit großer Begeisterung. Stück für Stück habe ich mit diesem Buch die Wildkräuter in meiner Umgebung erkundet und meinen Begleiter durch Wald und Flur sehr zu schätzen gelernt. Zahlreiche Fotos und Illustrationen erleichtern das Erkennen der Wildpflanzen.

Wilde grüne Smoothies. 50 Wildkräuter – 50 Rezepte.

Dieses Buch schätze ich sehr aufgrund der tollen Beschreibungen von 50 Wildpflanzen, 50 fantastischen kreative Rezepte für grüne Smoothies mit Wildkräutern, sowie hilfreiche Tipps und Tricks für die Vorbereitung zum Sammeln, für das Sammeln in der Natur  und zur Vorratshaltung.

Hat Dir diese Vorstellung der Wildkräuter gefallen oder könnte es jemanden interessieren, den Du kennst? Dann teile den Artikel gern auf Facebook oder über Mail. Herzlichen Dank für Deine Unterstützung. Welche Wildpflanze sammelst Du aktuell?

Herzensgrüße

Deine Silke

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7 Kommentare zu “16 wertvolle erste Wildpflanzen im April erkennen

  1. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag.
    Gerade heute ist das Wetter herrlich bei uns und wir haben ganz in der Nähe einen Platz mit sehr viel Bärlauch entdeckt.
    Meinst du man darf ein paar Pflänzchen ausgraben und in den eigenen Garten pflanzen?
    Oder wächst er nur auf den selbst erwählten Plätzen?
    Das Smoothiebuch klingt interessant, das werde ich mal bestellen. Das Andere besitzen wir schon, ein wirklicher Schatz an Wissen. Vielen Dank für die Inspirationen!
    Wir freuen uns jedes Frühjar auf die tollen Wildpflanzen, von denen wir zum Glück auch einige im Garten haben. Giersch, Vogelmiere, Brennessel, Wegerich und Schafgarbe sind immer da für uns. Ich wünsche dir viel Sonne auch im Herzen!

    • Liebe Kerstin,

      du kannst versuchen, die Pflanzen umzupflanzen. Allerdings wachsen Wildpflanzen da, wo sie optimale Bedingungen vorfinden. Einige sind nicht so wählerisch, andere benötigen bestimmte Bedingungen (Halbschatten, bestimmte Mineralien im Boden usw.).

      Ganz viel Freude und Liebe beim Sammeln.

      Herzliche Grüße
      Silke

  2. Liebe Silke !
    Super , fass du die wildkräuter mit Foto beschrieben hast !
    Ich bin so dankbar auch einige davon im Garten zu haben !
    Ein kostbares Geschenk :))

    • Liebe Gabi,

      genial, dann kannst Du schon mal kostbare Geschenke im Garten sammeln. Ganz viel Freude und Liebe!

      Herzliche Grüße
      Silke

  3. Vielen lieben Dank
    liebe Silke.:)

    Werde diesen Ratgeber jetzt immer oeffnen wenn ich mal wieder nach wildem gesunden gruen schaue und noch unsicher bin.

    Liebe Gruesse

    Marc

  4. Hallo liebe Silke,

    herzlichen Dank für Deinen Artikel. Ich war gestern Bärlauch sammeln und hab dann ihn dann gleich anschließend zu Deinem wunderbaren Pesto verarbeitet. Und inmitten des Bärlauchs dachte ich noch, dass rings um mich rum so viel wächst und ich mal mit meinem Kräuterbuch kommen sollte um mehr zu sammeln. Allerdings ist Deine Beschreibung der Wildkräuter hier so toll- da kann ich einfach mal sammeln und schauen, was ich sonst noch in der Tasche habe, außer denen, bei denen ich mir völlig sicher bin um was es sich handelt. Vielen Dank dafür!

    Was ich allerdings nicht nachvollziehen sind diese Hinweise um die um die Verwechslungsgefahr. Ich finde, da werden die Leute eher verunsichert, denn meiner Meinung nach kann man Bärlauch kaum verwechseln.
    Erstens ist es für Maiglöckchen viel zu früh wenn der Bärlauch kommt und die Blätter sind viel störrischer und wachsen nie einzeln wie beim Bärlauch. Die Blätter der Herbstzeitlosen sehen völlig anders aus als Bärlauch und spätestens am Geruch kann man doch erkennen, dass es sich um Bärlauch handelt.
    Bitte nichts für Ungut- Du bist ja auch nicht die Einzige die vor Verwechslung warnt- ich kann es nur absolut nicht nachvollziehen…

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