Baumblätter – essbares Wildgrün von oben

Wusstest Du, dass man die Blätter vieler Bäume und Sträucher essen kann? Sogar die Nadeln der Nadelbäume sind für uns genießbar. Die beste Zeit für Baumblätter ist das Frühjahr in den Monaten April bis Juni. Das frische junge Grün sprießt an den Bäumen und lädt zu einem kleinen Imbiss ein.

Der wichtigste Inhaltstoffe der Blätter ist, wie auch bei den Wildkräutern, das Chlorophyll. Es reinigt das Blut, hilft neue Blutzellen aufzubauen und hat eine entgiftende Wirkung.

Gerade für Menschen, die sich etwas ekeln, Wildkräuter zu sammeln, aus Angst vor Kot von Bodentieren, sind Baumblätter, das Wildgrün von oben, eine geniale Möglichkeit sich mit wertvollem Chlorophyll zu versorgen.

Sammel bitte nur die Blätter, die Du einwandfrei identifizieren kannst und achte auf saubere Blätter. Manchmal sind die Blätter von Parasiten befallen oder mit Vogelkot verschmutzt. Sammel nicht in der Nähe von stark befahrenen Straßen.

Wenn ich Blätter sammele, bin ich sehr achtsam dabei und bedanke mich in Gedanken bei dem Baum für die wunderbare Gabe.

Buche

– Familie der Buchengewächse

Die Buche ist in unseren heimischen Wäldern sehr verbreitet. Bekannt sind ihre Früchte, die Buchecker, die wahrscheinlich schon fast jeder als Kind mal genascht hat. Dieser Laubbaum kann bis zu 40 m hoch werden und ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen.

wann sammeln: die Blätter ab April bis Mai

essbar: Blätter und Buchecker

Blattform: Die 7 bis 10 cm langen Blätter der Rotbuche sind eiförmig und vorn zugespitz. Sie sind am Grund abgerundet oder keilförmig. Der Blattrand ist wellig bis leicht gekerbt und gezahnt, der Blattstiel ist behaart. Das Blatt ist am Anfang frischgrün, dunkelt später nach und wird dann lederartig fest.

Geschmack: leicht säuerlich

Inhaltsstoffe: Eiweiß, Fettstoffe, Kreosot

gesundheitliche Wirkung:

  • wirkt antibakteriell und schleimlösend
  • frische Blätter können bei Geschwüren durch Auflegen Besserung erzielen
  • jungen Blätter wirken stoffwechselanregend

wie verwenden:

  • pur naschen
  • die Blätter fein hacken und Salaten oder anderen Gerichten beigeben

Fichte

– Familie der Kieferngewächse

Die Fichte gehört mit zu den häufigsten Nadelbäumen, der oftmals als Monokultur angebaut wird, um als Holzlieferant zu dienen.

wann sammeln: April bis Juni

essbar: die Triebspitzen, die Blütenknospen und die Samen

Nadelform: Das haben alle Fichten gemeinsam: da wo die Nadeln aus dem Ast sprießen, sitzen sie auf kleinen braunen stielartig verlängerten Nadelkissen. Im Querschnitt sind die Nadeln vierkantig.

Geschmack: harzig, säuerlich, zitronenartig

Inhaltsstoffe: die älteren Nadeln enthalten ätherische Öle, in den junge Triebspitzen ist der Anteil geringer, dafür sind sie sehr Vitamin C –haltig, Terpentinöl

gesundheitliche Wirkung:

  • die ätherischen Öle können für Atemwegerkrankungen eingesetzt werden
  • wirkt desinfizierend und reinigend

wie verwenden:

  • pur naschen
  • klein schneiden und in Salate oder Dips geben

ACHTUNG: Nicht verwechseln mit den Triebspitzen der Eibe, diese ist hochgiftig!

Sommerlinde/ Winterlinde

– Familie der Malvengewächse

Die in Mittel- und Südeuropa heimische Linde kommt wild eher selten vor, sie wächst da, wo sie der Mensch anpflanzt. Die Winterlinde kommt vor allem in Mittelgebirgen vor. Lindenbäume können mehrere hundert (bis zu 1000) Jahre alt werden.

wann sammeln: April bis Juni

essbar: Blätter, Blüten und Früchte

Blattform:

Sommerlinde – große, zarte, eirunde, vorn zugespitzte gestielte Blätter, bis zu 15 cm lang, der Blattrand ist kerbig gesägt. Die behaarten Blätter sind oben dunkelgrün und unten heller.

Winterlinde – Die Blätter sind wechselständig angeordnet und gestielt. Fast kreisrunde Blätter mit kurzer, schlanker Spitze und regelmäßig nach oben gebogener und gesägter Rand. Die dunkelgrüne Blattoberseite glänzt, die Unterseite schimmert blaugrün. An den Blattnerven befinden sich rostbraune Häarchen.

Blüte: gelblich – grün (bei der Winterlinde erscheinen diese einige Wochen später als bei der Sommerlinde) Juni/ Juli

Geschmack: aromatisch, mild, leicht nach Leinsamen

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Schleimstoffe

gesundheitliche Wirkung:

  • die Blüten werden getrocknet und bei Husten und Infekten eingesetzt
  • wirken auch schweißtreibend und beruhigend

Tipp: Die Blüten sind sehr aromatisch und süß, auch gut für Kinder geeignet. Liese zu den Lindenblüten auch gern meinen Blogartikel.

wie verwenden:

  • Blätter und Blüten roh essen
  • Blätter eignen sich für grüne Smoothies
  • aus den Blüten einen Tee aufbrühen

Spitzahorn

– Familie der Seifenbaumgewächse

Der Spitzahorn ist in weiten Teilen Europas verbreitet.

wann sammeln: April bis Mai

essbar: Blätter, Blüten und Samen

Blattform: Das Ahornblatt ist lang gestielt, handförmig und fünflappig mit zugespitzten Blattlappen.

Geschmack: die Blätter herb – süßlich, mild säuerlich; die Blüten süßlich

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Gerbstoffe,  Kalium, Calcium, Magnesium, Mangan und Eisen

gesundheitliche Wirkung:

  • wird bei Schwellungen, Entzündungen der Haut und Insektenstiche angewendet
  • auch bei Muskelschmerzen, Wadenkrämpfe und schweren Beinen verschaffen sie Linderung

wie verwenden:

  • Blätter pur roh essen
  • klein schneiden und verschiedenen Gerichten zugeben
  • für einen grünen Smoothie verwenden
  • Saft oder Sud aus den Blättern für die Haut verwenden (siehe oben)
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Weißdorn

– Familie der Rosengewächse

Der Weißdorn ist auf der Nordhalbkugel, vor allem im gemäßigten Klima, weit verbreitet. Es wird zwischen eingriffeligem und zweigriffeligem Weißdorn unterschieden. In dieser Beschreibung geht es um den eingriffeligen Weißdorn. Dieser hat eine Blüte mit nur einem Griffel.

wo zu finden: Waldränder, Hecken

wann sammeln: April bis Mai (Blätter, Blüten) später die Beeren

essbar: Blätter, Früchte, Samen, Blüten und Knospen,

Blattform: Die Blätter sind eiförmig mit Ausbuchtungen, sie sind drei- bis sieben- bisweilen neunlappig. Der Blattrand ist leicht gesägt.

Früchte: die roten Weißdornbeeren sie sind kugelig bis ellyptisch und haben einen Stein in der Frucht, sie werden auch Mehlbeeren genannt.

Geschmack: die Blätter und Blüten schmecken leicht nussartig, mandelartig, die Früchte leicht mehlig bis fruchtig

Inhaltsstoffe: Flavonoide (die Wirkstoffe sind vor allem in den Blättern und zu einem Drittel in den Früchten enthalten), ätherische Öle in den Blüten

Blüte: weiß mit 5 Blütenblättern, stehen in Trugdolden (Mai bis Juni)

gesundheitliche Wirkung:

  • Die Wirkung auf das Herz wurde erst Ende des 19. Jh. entdeckt. Heute gilt ein Tee aus Blüten, Blättern und Früchten als bestes Mittel bei nachlassender Leistung des Herzens und seine Inhaltsstoffe wirken gefäßerweiternd und verbessern die Blutzufuhr zu den Körpergeweben. Bestes pflanzliches Heilmittel für Herz und für den Kreislauf.
  • Kann auch zur Blutdrucksenkung angewendet werden.
  • Der Weißdorn ist sehr gut verträglich, es gibt keine Nebenwirkungen. Seine volle Wirkung entfaltet er nur über einen längeren Zeitraum der Einnahme.
  • Kann bei Kreislaufproblemen, Schlaflosigkeit und Nervosität eingesetzt werden.
  • Hat auch eine beruhigende und durchblutungsfördernde Heilwirkung.

„Bildlich gesprochen ist die Wirkung des Weißdorns wie ein Liebesbrief an das Herz. Er umfängt es liebevoll und nimmt es schützend in seine Hand.“

wie verwenden:

  • Blätter, Blüten und Früchte pur essen
  • Tee aus den Blättern aufbrühen
  • die Samen der Frucht kann geschrotet, geröstet und wie Kaffee aufgebrüht werden

Tipp: Pflücke weiche Früchte, dann schmecken sie zwar mehlig, aber leicht süßlich.

Blätter von Obstbäumen

Die frischen Triebe und jungen Blätter der meisten Obstbäume kannst Du auch essen. Probiere Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume oder Mirabellen. Sie sind sehr schmackhaft und werden Deinen Speiseplan auf alle Fälle bereichern.

Mein Favorit ist bei den Obstbäumen die Kirsche, die Blätter haben ein herrlich mildes Mandelaroma. Am besten probierst Du diese Blätter von April bis Juni. Später werden die Blätter härter und schmecken bitter.

Wunderbar, einfach durch einen Park oder Wald spazieren und sich an frischen grünen Blättern und jungen Trieben laben.

Ich hoffe, ich konnte Dich mit diesem Artikel inspirieren, Dich auch mal an diesem besonderen Grün zu versuchen. Lass Dich nicht von verwunderten Blicken vorbeilaufender Menschen verunsichern. Mach einfach Dein Ding und lass es Dir schmecken. Vielleicht machst Du ja einige Menschen neugierig darauf? 🙂

Du kannst noch viel mehr Baumblätter und junge Triebe essen. Mehr dazu gibt es bald in meinem neuen eBook über grüne Lebensmittel. 🙂

Nicht essbar sind zum Beispiel die Blätter von Efeu, Buchsbaum, Eibe, Robinie, Stechpalme, Goldregen und Lebensbaum Thuja. Sammel bitte nur Blätter, die Du einwandfrei identifizieren kannst.

Hier noch eine kleine Rohkostinspiration mit Blättern:

Ich nehme mir etwas Gemüsefrüchte wie Tomaten und Paprika mit auf einen Naturausflug und sättige mich dazu mit verschiedenen Baumblättern wie Linde, Spitzahorn, Weißdorn (Blätter + Blüten), Eiche, Buche, Weide und Birke und dazu gibt es noch Wiesenlabkraut und Bärlauchblüten.

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fROHe Grüße

Deine Silke

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2 Kommentare zu “Baumblätter – essbares Wildgrün von oben

  1. Hallo liebe Silke,
    ganz herzlichen Dank für die wunderbaren Newsletter mit den tollen Videos!
    Sehr inspirierend und lehrreich!
    Liebe Grüße
    Andrea

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