Mein Weg zur Rohkost

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Mit diesem Blogartikl möchte ich Menschen Mut machen, bei einer Ernährungsumstellung achtsamer mit sich umzugehen.

Mir Zeit geben, sehr geduldig mit mir sein, Rückschläge akzeptieren, das alles verankerte sich in meinem Bewusstsein als sehr lehrreiche Erfahrung und ich spürte intensiv in mich hinein.

Je mehr Zeit Du Dir gibst und Dich langsam körperlich, seelisch und geistig auf dieses neue Lebenskonzept einlässt, ums so nachhaltiger und intensiver kannst Du Dich den daraus folgenden Konsequenzen wie Leichtigkeit, freies Denken, neues körperliches und seelisches Erspüren, hingeben.

Das Thema Ernährung interessierte mich schon früh. Im Alter von 10 Jahren war mein liebstes Thema die Evolution des Menschen. Je mehr ich mich damit beschäftigte um so öfter drängte sich mir die Frage auf, ob wir uns artgerecht, gesund oder zeitgemäß ernähren.

Vor 22 Jahren beschloss ich aus aus ethischen Gründen  vegetarisch zu leben. Schrittweise ließ ich dann auch die vegetarischen tierischen Produkte weg und lebte circa sechs Jahre streng vegan. Der Schritt zur veganen Lebensweise war sehr herzgesteuert und ethisch motiviert.

1998 wurde ich durch das Buch“ Willst du gesund sein, dann vergiss den Kochtopf“ von Helmut Wandmaker auf die Rohkosternährung aufmerksam. Ich stand dieser Ernährungsform erst einmal skeptisch gegenüber. Vermittelte  mir doch mein Umfeld damals, wie radikal schon eine vegane Kochkosternährung sei. „Nur noch roh und nicht mehr kochen? Das kann nicht sein!“, so dachte ich damals.

Es hat weitere zwei Jahre gedauert, bis ich dieses Buch wirklich gelesen habe. Der Titel hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Wie elektrisiert von der Idee dieser Ernährungsform, begann ich mein langjähriges Experiment mit der Rohkost.

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Mit der Entdeckung der rohveganen Lebensweise bewegte ich mich noch ein ganzes Stück weiter. Ich fühlte mich mit frischen Lebensmitteln einfach lebendiger und energiegeladener. Diese Energie und Leichtigkeit mit der Rohkost kannte ich von keiner meiner Ernährungsformen, sei es konventionelle Mischkost, vegetarische oder vegane Kochkost.  Mit Industrienahrung, stark erhitzter Nahrung und einer Übersättigung an Nahrung habe ich mich oft wie betäubt gefühlt.

Mehrere Jahre ernährte ich mich für ein paar Monate nur von Rohkost. Jahrelang integrierte ich ab Herbst wieder gekochte Nahrung, weil ich dachte, dass man im Winter keine Rohkost essen kann. Außerdem war ich in den Jahren vor meiner kompletten Ernährungsumstellung sehr auf regionale Lebensmittel bedacht und für mich war die Rohkost damals mit regionalen Lebensmitteln im Winter nicht durchführbar.

Während meiner ersten Schwangerschaft habe ich biologische Lebensmittel für mich entdeckt und nach ein paar Jahren auch wieder einige vegetarische Bioprodukte (wie Eier, Butter und Sahne) zu mir genommen.

Doch dann, im April 2012 war es so weit. Ich fastete ein paar Tage mit Wasser um Körper, Geist und Seele zu reinigen und wagte den Schritt in die Rohkosternährung. Seltene Ausnahmen, vor allem im Winter, sind zum Beispiel etwas gedämpftes Gemüse oder gekochte Hirse, Buchweizen oder Quinoa.

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Ich las viele Bücher zum Thema Rohkost und informierte mich im Internet über diverse Rohkostforen. Alles was ich in mich aufsaugte, bestärkte mich, meinen Weg weiter zu gehen. Inspiriert durch das Buch „Befreite Ernährung“ von Christian Opitz, probierte ich auch rohe Eier, Rohmilchkäse und Rohmilchbutter und kam allerdings schnell zur Erkenntnis, dass die rohvegane Kost für mich viel verträglicher ist und der ethische Gedanke, keine Tierprodukte zu verwenden, doch sehr präsent bei mir ist.

Meine Umstellung auf die rohvegane Ernährungsweise währte fast 12 Jahre. Der Übergang war schleichend, so dass ich mich keinen großen Herausforderungen stellen musste. Irgendwann war ich an dem Punkt, an dem es sich einfach richtig anfühlte nur noch Rohkost zu essen.

Es hatte etwas befreiendes an sich, endlich die alten Konstitutionen, die alten Glaubenssätze aufzubrechen. Im Moment besteht die größte Herausforderung darin, mich von Mischrohkost innerhalb meiner Rohkosternährung weites gehend fernzuhalten und so mono und unvermischt wie möglich zu essen. Das kann unter Umständen auch ein paar Jahre dauern. Je mehr ich faste und mich so einfach wie möglich ernähre, umso besser ist mein körperliches und geistiges Wohlbefinden.

Momentan stehen auf meinem Speiseplan vorrangig regionale Lebensmittel. Ich sammel täglich Wildkräuter und wenn die Witterung es nicht  zulässt, greife ich auf die getrocknete Variante zurück. Ich züchte viele Sprossen, Grünkraut und grüne Gräser und nehme regelmäßig Mikroalgen wie Chlorella und Spirulina zu mir. Mit diesen Lebensmitteln versorge ich mich optimal mit wichtigen Vital- und Nährstoffen und belaste meinen Körper nicht.

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Veränderung nein Danke? Bei mir nicht. Durch die Umstellung gewann ich viel mehr Lebenskraft und meine sportlichen Leistungen wachsen, je einfacher ich esse. Meine jahrelangen Menstruationsbegleiterscheinungen wie extremer Heißhunger, Bauch- und Nierenschmerzen, Kopfschmerzen und Unwohlsein sind verschwunden. Nehme ich allerdings zu sehr gewürzte, vermischte und konzentrierte Rohkost zu mir, tauchen diese Symptome minimal wieder auf.

Ich möchte meinen beiden Jungs (11 und 5 Jahre alt) meine Erfahrung und eine gewisse Sensibilität bezüglich gesunder Ernährung ohne Dogma mit auf den Weg gebe. Sie wissen schon jetzt viel mehr über gesunde Ernährung als ich in ihrem Alter oder viele andere Kinder ihrer Altersstufe. Vorleben ist natürlich die beste Methode, um Kinder ein positives Beispiel zu geben.

Mein ältester Sohn Simon aß schon als Zweijähriger mit mir im Frühjahr Lindenblätter. Er steht der Rohkost sehr offen gegenüber und genießt mit mir zusammen diese vitalisierende Ernährungsform. Mein jüngster Sohn Silas ist nicht so rohkostbegeistert. Rohes Gemüse und die meisten Sprossen lehnt er zum Beispiel ab. Dafür kennt er schon einige Wildkräuter, hilft ab und zu beim Sammeln dieser und trinkt hin und wieder grüne Smoothies oder einen grünen Saft aus Alfalfasprossen und Äpfeln. Außerdem liebt er fast alle rohveganen Süßspeisen die wir zubereiten. Süß geht immer! 🙂

Ich beschäftige mich innerhalb meiner Rohkosternährung auch damit, welche Nahrungsmenge gut für mich ist, wann ich mit Nahrung übersättigt bin und wie mein Körper auf weniger Essen mit viel Bewegung reagiert. Das sind sehr spannende und befreiende Erfahrungen.

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Leben ist ja zum Glück nicht nur essen, das wäre ein bisschen wenig. Leben geht darüber hinaus. Was fühle ich, was spüre ich, was erahne ich, was gibt es hinter dem Offensichtlichen. Leben heißt, in mich hinein zu hören, meiner Intuition zu folgen, geistig wach zu bleiben, Regeln und Traditionen zu hinterfragen und mich weiterzuentwickeln. Leben heißt für mich mit Körper und Geist in Bewegung zu bleiben und mein eigenes Potential zu entfalten. Leben heißt auch, die Welt mit den Augen meiner Kinder wieder zuentdecken.

Mit Begeisterung motiviere ich andere Menschen dazu, einen gesünderen Lebensstil zu führen, um ihre Lebensdauer- und qualität zu erhöhen, sowie Krankheiten vorzubeugen. Das positive Feedback bezüglich meiner Videos auf Youtube und meiner Facebook Seite gibt mir unglaublich viel Kraft und Antrieb und bestärkt mich, meinen Weg der Aufklärung und Inspiration weiterzugehen.

Ich habe den Mut Dinge zu verändern und Inspiration zu sein. Ich habe die Kraft mich für meine Ziele, Träume und Werte einzusetzen, ihnen treu zu bleiben und sie zu erfüllen, jeden Tag ein Stückchen mehr.

Herzensgrüße

Deine Silke

P.S. Du kannst Dich gern für meinen Newsletter eintragen, dann erhältst Du regelmäßig frische Post. Ich informiere Dich über Neuigkeiten und Projekte. Lass Dich vom Rezept des Monats inspirieren und erfahre Wissenswertes zum Wildkraut des Monats. Zögere nicht und werde Teil der LEBE ROH, GESUND UND FROH Gemeinschaft. 🙂 Verbinde Dich mit mir auf Facebook, folge meiner FB Seite „Lebe roh, gesund und froh“ und abonniere meinen Youtubekanal. Dann bist Du immer auf dem neuesten Stand. 🙂

4 Kommentare zu “Mein Weg zur Rohkost

  1. Liebe Silke, Du bist eine wahre Pionierin und Botschafterin für den grünen, rohveganen lifestyle! Ob und inwieweit wir Deinem Weg folgen wollen oder/und können, muß jeder für sich selbst entscheiden, aber Du bist und bleibst mit Deiner Erfahrung und Deinem Wissen eine riesige Inspiration für alle, die sich praktisch und von der „Denke“ in Deine Richtung bewegen.
    Für mich ist es auch sehr spannend zu sehen, mit welchen neuen Themen Du Dich in welcher Weise beschäftigst!
    Liebe Grüße

    Jürgen

    • Lieber Jürgen,

      ganz herzlichen und lieben Dank für Dein tolles Feedback! Das ist mir wirklich viel wert und bestärkt mich meinen Weg weiterzugehen. Neue Themen habe ich immer wieder im Kopf und lasse sie nach und nach in die Welt.

      Ganz herzliche Grüße
      Silke

  2. Liebe Silke, ich verfolge deine Seite im Hintergrund sehr interessiert. Ich habe eine Frage an dich: mich drängt es immer mehr, vegan zu essen, mich auf dieses Experiment einzulassen. Auf welchen Vitamin- bzw. Nährstoffmangel muss ich achten und wie beugst du mit was vor? Ist es nur Chlorella j d Spirulina oder nimmst du zusätzlich Vitamine D , B 12 etc? Ganz lieben Dank für deine Hilfe 😃 Liebe Grüße, Birgit

    • Liebe Birgit,

      danke für Deinen Kommentar. Wenn Du regelmäßig hochwertiges Spirulina und Chlorella einnimmst, bist Du schon mal sehr gut gewappnet gegen etwaige Mängel. Vitamin D würde ich Dir empfehlen, da fast alle Menschen hier in diesen Breitengraden einen Mangel aufweisen. Ich habe kürzlich meinen Wert auch testen lassen und der war im Mangelbereich. Lass doch mal Deinen B12 Wert testen, auch wenn Du noch nicht 100% vegan lebst. Das wäre eine gute Ausgangsbasis, um zu entscheiden, ob Du supplementieren solltest. Wenn Dein Wert niedrig ist, würde ich Dir eine gutes Präparat empfehlen. Meine Jungs nehmen B12 Tabletten, die enthalten neben B12 nur noch Zellulose. 🙂

      Herzliche Grüße und alles Liebe
      Silke

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