Vogelmiere – kleiner grüner Schatz in der Natur!

Das Wildkraut Vogelmiere reiht sich mit in die Liste meiner Lieblingswildkräuter.

Was schätze ich an diesem tollen Wildgrün? Sie hat eine unverwüstliche Lebenskraft, keimt und treibt auch bei geringen Minusgraden unter dem Schnee weiter und kann so das ganze Jahr über gegessen werden, wenn es im Winter nicht zu kalt wird.

Sie gehört zur Pflanzenfamilie der Nelkengewächse und ist in Nord- und Mitteleuropa weit verbreitet. Andere Namen lauten Sternenkraut, Vogelsternenmiere oder auch Hühnerdarm.

Die Vogelmiere ist eine Zeigerpflanze für nährstoffreichen und humusreiche Böden, sie liebt stickstoffhaltige Böden.

Sie bringt jährlich 5 Generationen mit 10 bis 20 000 Samen hervor und diese bleiben bis zu 60 Jahre keimfähig!

Wo finde ich die Vogelmiere?

Sammel sie sie auf Wiesen, Äckern, auf Brachflächen oder am Wegesrand. Aber achte darauf, dass in der Nähe keine Autos fahren oder konventionell Landwirtschaft betrieben wird.

Welche Teile der Vogelmiere sind essbar?

Du kannst die Blätter, den Stängel, die Knospen und die kleinen Blüten essen.

Wie erkenne ich die Vogelmiere?

Die Vogelmiere ist eine zarte, zierliche Pflanze. Es stehen sich jeweils zwei Blätter gegenüber, dann kommt ein Stück Stängel ohne Blätter, dann wieder zwei sich gegenüberliegende Blätter usw. Die kleinen Blätter sind eiförmig und spitz zulaufend. Der lange Stängel ist relativ dick, saftig und kann bis zu 40 cm lang werden. Oft liegt der Stängel fast parallel zum Boden.

Die kleinen, weißen Blüten blühen von März bis Oktober und öffnen sich, wenn gutes Wetter zu erwarten ist. Bei Regenwetter bleiben die Blüten den ganzen Tag geschlossen.

Wie schmeckt die Vogelmiere?

Ich schätze ihren frischen und milden Geschmack. Er erinnert sehr an jungen Mais oder Erbsen. Dieses Wildgrün ist ein geniales Einsteigergrün für Kinder, denen man den grünen Schatz in der Natur näherbringen möchte.

Was steckt in der Vogelmiere?

Sie ist sehr vitamin- und mineralstoffreich. Sie enhält viel Calcium , Magnesium, Kalium, Eisen, B- Vitamine, Phosphor, Zink, Kuper, Silizium als Kieselsäure, Vitamin A und C, ätherische Öle,  Gerbstoffe und wertvolles pflanzliches Eiweiß.

Die gesundheitliche Wirkung der Vogelmiere

Pfarrer Kneipp war einer der ersten in unserem Raum, der diese Wildpflanze als Heilkraut ernst nahm. Er verwendete sie als Hustenmittel, zur Beruhigung des Hustenreizens und zur Schleimlösung.

  • wirkt kühlend, entzündungshemmend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, schmerzlindernd und verdauungsfördernd
  • regt den Stoffwechsel und die Verdauung an
  • kann gegen Husten, Bronchitis, Blähungen und Verstopfung eingesetzt werden
  • vertreibt auch die Frühjahrsmüdigkeit

Verwechslungsgefahr mit dem Ackergauchheil

ACHTUNG: Die Vogelmiere kann vor der Blüte mit dem Ackergauchheil verwechselt werden!

Unterscheidungsmerkmale :

  • die Blattunterseite des Ackergauchheil ist schwarz gepunktet, bei der V. nicht
  • die Blätter sind dunkler, bei der V. hellgrüner
  • die V. ist „fleischiger“ als der Ackergauchheil
  • die V. schmeckt maisähnlich, der Ackergauchheil schmeckt eher bitter
  • bei der V. wächst eine einzelne Haarlinie am Stängel empor, beim Ackergauchheil nicht

Nach der Blüte können die Pflanzen unterschieden werden. Die Vogelmiere blüht weiß, der Ackergauchheil rötlich- orange.

Was kann ich alles mit der Vogelmiere machen?

Beim Sammeln achte ich darauf, diese zarte Wildpflanze oberhalb der Wurzel zu pflücken. So wächst sie immer nach und ich kann sie regelmäßig an diesen Plätzen nachhaltig weiter sammeln.

  • pur essen
  • entsaften (eine meiner Lieblingskombinationen: zusammen mit Apfel)
  • für grüne Smoothies verwenden
  • klein schneiden und für Salate oder Dips verwenden

Aus der Vogelmiere lässt sich ein Tee zubereiten, entweder aus den frischen oder getrockneten Blättern. Dieser Tee regt den Stoffwechsel an, kann aber auch rheumatisch Beschwerden lindern.

Dieser Tee lässt sich auch äußerlich anwenden, man kann damit Waschungen machen oder Umschläge oder ein Bad damit bereichern. Dies hilft bei Hautkrankheiten, zum Bsp. gegen Juckreiz und Ekzeme.

Tipp: Die Vogelmiere lässt sich leicht im Garten oder Blumenkasten ziehen. Einfach die Samen ausstreuen. Vermehrt sich leicht und schnell, vorausgesetzt die Erde ist nährstoffreich.

Und jetzt? Habe ich Dich inspirieren können? Dann nochmal die Pflanze auf Fotos genauer inspizieren und Ausschau halten, ob sie in Deiner Nähe wächst.

Mehr Informationen über gesunde Wildkräuter in unserer Region findest Du auch in meinem kostenlosen Wildkräuter ebook mit den 6 gesündesten Wildkräutern. Eins der Wildkräuter hast Du jetzt hier schon kennengelernt. 🙂

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Frohe Herzensgrüße

Deine Silke

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6 Kommentare zu “Vogelmiere – kleiner grüner Schatz in der Natur!

  1. Hallo Silke.
    Danke für den Artikel. Im Wald bei mir gibt es auch die Vogelmiere aber auch der Fuchs. Kannst Du mir einen Tipp geben, wie ich mich vor dem Fuchsbandwurm schützen kann.
    LG Torsten

    • Hallo Torsten,

      die Blätter dann immer waschen bzw. in eine Lösung aus etwas Soda (ich glaube Natron geht auch) und Wasser einweichen lassen, für circa 10 Minuten.

      LG Silke

  2. Liebe Silke,
    vielen Dank, dass du dein Wissen mit uns teilst und uns anspornst es dir gleichzumachen. Ich bin süchtig danach mehr über Wildkräuter zu erfahren.

  3. Vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich kann mich dermaßen ärgern, dass ich jahrelang die Vogelmiere ausgezupft habe als Unkraut. Jetzt wäre es schön, wenn ich Samen hätte, um sie in einem Fleckchen Garten auszusehen wo ich sie dann ernten könnte. Ich weiß aber wirklich nicht wer mir eventuell Samen von der vogelmiere zukommen lässt. Jedenfalls nochmals vielen Dank Margret

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