Bärlauch – hol Dir den Frühling in die Küche

Juhu, seit ein paar Wochen genieße ich schon wieder frischen Bärlauch! Ich lasse mich jedes Jahr aufs Neue gern von dem Bärlauchduft berauschen. Bei uns im Auenwald duftet es ab dem frühen Frühjahr herrlich nach frischem Knoblauch. Bärlauch ist mit diesem, sowie auch mit Lauch, der Zwiebel und dem Schnittlauch verwandt.

Unglaublich, wenn Du hier in Leipzig durch den Auenwald läufst, sieht Du rechts und links einen grünen Teppich voll Bärlauch, der den Boden bedeckt so weit das Auge reicht. Übrigens darf der Bärlauch für persönliche Zwecke in geringen Mengen im Auenwald gesammelt werden. Für gewerbliche Zwecke muss erst eine Genehmigung von der Naturschutzbehöre eingeholt werden.

Bärlauch im Auenwald

Schon die Römer und die alten Germanen kannten und nutzen den Bärlauch als Heilpflanze und Küchenkraut. Aus dieser Zeit soll wohl der Name Bärenlauch, Bärlauch, stammen. Die  Menschen beobachteten damals, wie der Bärlauch dem Bären nach dem langen tiefen Winter als erste Nahrung diente.

Der Bärlauch ist eine mehrjährige Pflanze, die jedes Jahr immer wieder neu erscheint. Aus einer kleinen schmalen Zwiebel wachsen im Frühjahr langstielige grüne Blätter sowie ein dreikantiger Stängel mit einer geschlossen Blüte, die sich im April/ Mai öffnet.

Verbreitung des Bärlauchs

Der Bärlauch ist in großen Teilen Europas verbreitet und wächst auch in Nordasien. Du findest diese Wildpflanze im Süden von Deutschland häufiger als im Norden. Du findest ihn hier am häufigsten in Auenwäldern an großen Flüssen. Der Bärlauch mag es schattig und feucht.

Inhaltsstoffe des Bärlauchs

Der Bärlauch kann auf einige wertvolle Inhaltsstoffe verweisen wie Vitamin C, Kalium, Kalzium, Mangan, Eisen, Senfölglykoside und einem ätherischen schwefelhaltigem Öl.  Letzteres ist auch für den knoblauchartigen Geruch und Geschmack des Bärlauchs verantwortlich.

Möchtest Du den Bärlauch wegen seinen heilsamen Wirkstoffen zu Dir nehmen, dann verzehre ihn am besten roh. Durch Erhitzen des Bärlauchs gehen nicht nur ein großer Teil des Vitamin C verloren, sondern auch für die Heilkraft und den Geschmack verantwortlichen schwefelhaltigen Stoffe.

Bärlauch mit geschlossener Blüte

Gesundheitliche Wirkungen des Bärlauchs

  •  wirkt antibakteriell (durch Senfölglycoside)
  • kann Magen- Darmstörungen beseitigen
  • wirkt blutdrucksenkend
  • wirk blutreinigend
  • wirkt schleimlösend
  • wirkt entzündungshemmend
  • wirkt anregend und entgiftend (durch ätherisches schwefelhaltiges Öl)
  • wirkt allgemein stärkend auf das Immunsystem

Ernte des Bärlauchs

Den Bärlauch kannst Du bis zur Blüte zwischen März und Mai sammeln. Nach der Blüte sind die Blätter nicht mehr so schmackhaft und enthalten auch nicht mehr alle wertvollen Inhaltsstoffe. Die Pflanze braucht dann ihre ganze Kraft um Blüte und Samen zu bilden, da bleibt der Geschmack auf der Strecke. Die Blüten (geschlossen wie offen) kannst Du auch mit essen. Sehr aromatisch und leicht scharf.

Ernte bitte nur in großen Beständen und dies sehr achtsam und mit Bedacht. In Naturschutzgebieten darf in der Regel nicht geerntet werden.

Ich persönlich sammel nur 1 bis 3 Blätter pro Pflanze, das hängt auch von der Größe und der Blattanzahl der einzelnen Bärlauchpflanze ab. Ernte am besten die älteren Blätter, so dass die jungen Blätter mehr Licht bekommen und gut nachwachsen können.

Verwechslungsgefahr

Vorsicht ist beim Sammeln von Bärlauch geboten. Er kann leicht mit Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen verwechselt werden – beide Pflanzen sind giftig. Mach Dich auf alle Fälle vorher übers Internet oder Wildkräuterbücher schlau.

Eindeutige Merkmale des Bärlauchs

  • die Blätter duften nach Knoblauch (kein sicheres alleiniges Kriterium, irgendwann riecht alles nach Knoblauch, die Nase ist übersättigt)
  • die Blätter wachsen einzeln direkt aus dem Stängel (das Maiglöckchen hat zwei Blätter pro Stängel / die Blätter der Herbstzeitlose haben keinen Blattstiel und wachsen meist zu dritt oder mehreren aus einer Rosette)
  • die Blätter glänzen nicht auf der Unterseite (das Maiglöckchenblatt glänzt/ die Unterseite der Herbstzeitlosen ist auch stumpf))
  • die Blätter wellen leicht am Rand (das Maiglöckchenblatt neigt weniger zu Wellungen am Rand/ die Herbstzeitlose neigt auch zu Wellungen am Rand)
  • die Blätter sind weich (im Gegensatz zu den Blättern der Herbstzeitlosen die derber und sperrig sind)
  • mache den Lichttest – beim Bärlauch liegen die Blattnerven 3 bis 4mm auseinander, beim Maiglöckchen liegen sie ganz eng zusammen und es gibt ganz viele davon
  • weiße Sammelblüte, die in der Hülle nach oben wächst (das Maiglöckchen hat viele kleine weiße Blüten am Blütenstiel/ die Herbstzeitlose blüht erst im Herbst rosa)

Bärlauch

Verwendung von Bärlauch

Bärlauch schmeckt knoblauchartig, lauchartig bis hin zu scharf. In Massen kann man ihn pur nicht essen. Nach ein paar Blättern wirst Du ein scharfes Brennen auf der Zunge spüren.

Verwende den Bärlauch am besten frisch, kleingehackt im Salat, in Dips, in Aufstrichen usw. Oder wickel einfach ein Bärlauchblatt um eine Möhre oder anderes Gemüse.

Zum Trocknen eignet sich der Bärlauch nicht so gut, da viel Aroma dabei verloren geht.

Entgiftung mit Bärlauch

Bärlauch kann unter anderem auch Schwermetalle im Körper mobilisieren. Wenn man mit Hilfe dieses Wildkrautes Schwermetalle ausleiten möchte, dann diesen immer in hoher Dosis einnehmen (mindestens ein bis zwei Handvoll Bärlauch über mehrere Wochen) und nicht vergessen: dazu immer ein bindendes Entgiftungsmittel wie Chlorella, Flohsamenschalen, Ballaststoffe oder Heilerden einnehmen.

Wenn Du mehr über Wildpflanzen in unserer Region erfahren möchtest und darüber hinaus, mit welchen grünen Lebensmitteln (Kulturgrün und Mikroalgen) wir unsere Gesundheit unterstützen können, dann empfehle ich Dir mein eBook „Gesund grün essen“. Hier bekommst Du mehr Infos dazu oder klicke einfach auf das kleine eBook Bild rechts.

Rohveganes Bärlauchpesto-Rezept

Jedes Jahr stelle ich auch gern Bärlauchpesto her. 4 Gläser einer Pestozubereitung vom letzten April stehen noch bei mir Kühlschrank. Es ist immer gut Bärlauch als Pesto das ganze Jahr über vorrätig zu haben.

Vorbereitung:

  • raus in den Wald gehen und fleißig sammeln
  • Bärlauch gründlich waschen und etwas abtrocknen lassen

Zutaten:

  • 3 bis 4 große Handvoll Bärlauchblätter
  • 6 eingeweichte getrocknete Tomaten (1 bis 2 Stunden)
  • 80 bis 100 g Sonnenblumenkerne
  • 100 bis 150 ml kaltgepresstes Olivenöl

Zubereitung:

  1.  Den Bärlauch klein schneiden (erleichtert das Mixen).
  2.  Bärlauch mit den getrockneten Tomaten, den Sonnenblumenkernen und 100 ml Olivenöl gut durchmixen.
  3.  Eventuell noch etwas Olivenöl dazu geben.
  4. Wenn Du die Sonnenblumenkerne etwas gröber magst, dann gib sie erst zum Schluss des Mixvorganges hinzu.
  5. Pesto in saubere Gläser füllen und dann etwas Olivenöl aufgießen, bis das Pesto mit einer Ölschicht bedeckt ist.

Dieses Pesto lässt sich hervorragend im Kühlschrank für mehrere Monate und noch länger aufbewahren.

BärlauchpestoBärlauchpestoglas

Noch ein kleiner Tipp: Du kannst auch wunderbar in ein Bärlauchblatt verschiedene Gemüsesticks wickeln und dann genüsslich verzehren. Mein Sohn Simon und ich mögen es am liebsten mit Möhrensticks.

Auf diesem Blog findest Du auch ein sehr schmackhaftes Buchweizenknödelrezept mit Pilzragout. Dafür verwende ich das Bärlauchpesto. Bald werde ich es mit frischem Bärlauch probieren. 🙂 Hier geht es zum Rezept.

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Wenn Dir das Rezept gefallen hat, teil es es gern mit Deinen Freunden. Kennst Du noch ein anderes Bärlauchpesto- Rezept? Oder wie verwendest Du Bärlauch am liebsten? Ich freue mich über einen Kommentar unter diesem Artikel.

Ich wünsche Dir fROHes Zubereiten!

Sonnige Grüße!

Deine Silke

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9 Gedanken zu “Bärlauch – hol Dir den Frühling in die Küche

  1. Liebe Silke,
    weichst du die Sonnenblumenkerne vorher ein oder verwendest du sie einfach so? Letzte Woche haben wir die ersten Hände voll Bärlauch gesammelt und ich denke, diese Woche ist er soweit, dass man ihn in größeren Mengen sammeln kann, so dass es für Pesto reicht 🙂

    • Manchmal weiche ich sie ein bzw. lasse sie auch einen Tag ankeimen. Dieses Pesto brauche ich dann schnell auf. Für Pesto, welches ich für den Winter aufbewahren möchte, verwende ich trockene Sonnenblumenkerne. LG

      • Ich habe anstatt Sonnenblumenkerne Walnüsse genommen. Das war eine super kompi und hat sehr gut geschmeckt.
        Danke Silke du bist sehr inspirierend und ich schaue total gern deine Videos auf YouTube an. Bleib so wie du bist den so bist du wundervoll.
        Liebe Grüße

  2. Hallo Silke,
    Wieder mal ein super leckeres Rezept.
    DANKESCHÖÖÖN 😀
    Ich bin durch dich schon eine richtige Kräuterhexe geworden.;-)
    LG Kerstin

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