Barfußlaufen – fühlen mit den Füßen

Inspiriert durch meinen 7-jährigen Sohn Silas, der genau vor einem Jahr beschlossen hat, seine Schuhe im Sommer nur noch sehr selten zu tragen, bin ich zur Barfußläuferin geworden.

Mich faszinierte seine Klarheit und Selbstverständlichkeit, die Schuhe wegzulassen. Kinder sind noch viel freier in ihrem Denken und noch nicht darauf konditioniert, was sich gehört und was angeblich normal ist.

Nachdem ich mir das ein paar Tage bei ihm angeschaut habe, sagte ich ihm: „Weißt du was, ich mach das jetzt mit, ich probiere das jetzt auch aus.“

Da war einer meiner Söhne mal wieder Lehrer für mich. Eine Inspirationsquelle, die mich animierte mal wieder etwas Neues auszuprobieren.

Ja, es gibt Gedanken wie „da werden ja meine Füße schmutzig“, „ich könnte mich verletzen“, „ich könnte irgendwo hineintreten“, „die Leute könnte mich komisch anschauen“ und „die Leute könnten komisch über mich denken“.

Ich hatte auch gewisse Bedenken, barfuß Fahrrad zu fahren. Und die Sorge kam in mir auf, wenn ich ganz schnell bremsen und die Füße nach unten setzen müsste, dann ist da ein spitzer Stein, eine Glasscherben oder ein Nagel und ich würde mich verletzen. Meine Bedenken waren grundlos. Ich habe mich seit dem Beginn meiner Barfußzeit nie verletzt.

Wir waren nicht nur in der Natur barfuß unterwegs – am Strand, im Wald, auf der Wiese, sondern wirklich auch überall in der Stadt – auf Straßen, in der Straßenbahn und in Geschäften.

Dieses Experiment stellte sich als sehr spannend und faszinierend heraus. Wenn es draußen warm oder heiß ist, dann spüre ich es nicht nur mit meiner Haut, sondern auch mit den Fußsohlen. Und wenn ich in den Schatten trete, dann spüre ich die Kühle nicht nur mit der Haut, sondern auch mit den Fußsohlen.

barfuß auf der Wiese

Ganz neues Spüren eröffnete sich mir mit meinen Füßen. Wie wunderbar über die verschiedenen Untergründe zu laufen: Wiese, Sand, Erde, trockenem Laub, kleinen Ästchen und Steinchen, gröberen und feineren Asphalt, Kopfsteinpflaster und Fliesen und Teppiche in Geschäften.

Diese verschiedenen Untergründe zu spüren war absolut heilsam und wunderschön. Fühlen mit den Füßen fühlt sich so gut und richtig an.

Wusstest Du, dass man sich in der Natur barfuß unglaublich gut erden kann? Ich bin so schnell bei mir und fühle mich mit allem eins.

Barfuß gehe ich viel achtsamer, weil ich mich nicht verletzten möchte. Ich schaue, wohin ich trete und habe mich noch nie verletzt.

Manchmal kommt in mir der Gedanke auf, dass man den Füßen zu wenig Aufmerksamkeit widmet. Das sind ja die Körperteile, die uns durchs Leben tragen. Es fühlt sich so befreiend an, die Füße nicht in Schuhe zu zwingen, sondern sie frei und ungezwungen zu bewegen. Sie bekommen Luft, schwitzen nicht und werden im Sommer auch braun. 🙂

Klar, die Fußsohle ist am Ende des Tages schwarz. Dann nehmen wir einfach ein Fußbad, schrubben die Füße wieder sauber und hin und wieder massieren wir noch etwas Kokosöl ein. Ich habe meinen Füßen noch nie so viel Aufmerksamkeit gewidmet, wie seit dem letzten Sommer.

Im letzten Winter trug ich wieder Schuhe und habe mich nur ab und zu, aufgrund der Kälte, getraut, die Schuhe kurz auszuziehen und im Wald herumzuspazieren.

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Vorteile des Barfußlaufens

  • Du bekommst eine kostenlose Fußreflexzonenmassage.
  • Du kannst Dich wunderbar erden.
  • Deine Zehen werden nicht so eingeengt – mehr Bewegungsfreiheit für Deine Füße.
  • Barfußlaufen stärkt die Fußmuskulatur, stabilisiert den Fuß und schützt die Achillessehnen.

Vorderfußgang – Ballengang

Hast Du schon mal etwas vom Vorderfußgang gehört? Eigentlich werden wir biologisch – genetisch als Vorderfußgänger/ Ballengänger geboren.

Die Menschenkinder beginnen mit einem Jahr die ersten Gehversuche im Ballengang. Dann bekommen sie die ersten Schuhe, imitieren die Erwachsenen und gehen dann im Fersengang.

Mit den meisten Schuhen ist der Vorderfußgang nicht möglich, so bleibt nur der Fersengang. Die Dämpfungssysteme in den Schuhen sind Kompensationsversuche, um den harten Stoß, der auf das Fersenbein wirkt, aufzufangen. Eigentlich haben wir einen natürlichen Dämpfer am Fuß, unseren Vorderfuß. Wenn wir mit unserem Vorderfuß aufkommen, sich unsere Zehen auffächern, zeigt sich der natürliche Dämpfer für unsere Füße.

Beim Fersengang fällt unser ungebremstes Körpergewicht auf das Fersenbein und gibt diese harten Stöße weiter an Gelenke und Knorpel. Wir haben einen natürlichen Stoßdämpfer am Fuß, wenn wir über den Vorderfuß laufen würden. Das ist vor allem barfuß, für unsere Gelenke und unsere Muskulatur, viel schonender.

Joggen im Ballengang

Viele Jahre lang hatte ich beim Joggen Knieprobleme. Mir wurde gesagt, ich müsste qualitativ hochwertigere Schuhe suchen, die besser gedämpft sind, damit ich ohne Knieprobleme joggen könnte.

Später habe ich glücklicherweise eine Dokumentation gesehen, in der ein Evolutionsbiologe meinte, dass wir eigentlich Vorderfußläufer sind und es am gesündesten für uns ist, beim Joggen/ Laufen mit dem Vorderfuß zuerst den Boden zu berühren und dann den Fuß abzurollen.

Seitdem ich das weiß, kann ich wieder ohne jegliche Probleme joggen. Dabei spielt die Qualität der Schuhe keine Rolle mehr und ich kann sogar wunderbar barfuß joggen.

Wir benötigen keine High- Tech Sportschuhe um gelenkschonend zu joggen. Es reicht einfach die Gangart zu wechseln, vom Fersengang in den Vorderfußgang. Eine sehr günstige Methode, um seine Gelenke zu schonen.

Ballengang

Warum laufen wir als Vorderfußgänger im Fersengang?

Studien belegen, dass für das Joggen der Vorderfußgang am optimalsten für die Gelenke und für den Stoffwechsel ist. Allerdings zeigen Studien mit Probanden auch, dass wir über den Fersengang nicht so viel Energie verbrauchen, es ist also effizienter. Der Vorderfußgang würde beim normalen langsamen Laufen mehr Energie verbrauchen, während beim Joggen der Vorderfußgang effizienter ist.

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Ein einfacher Test für jedermann

Kennst Du diesen interessanten Test?

Lauf einmal in der Wohnung oder draußen barfuß und halte Dir beim Laufen über die Ferse die Ohren fest zu. Dann gibt es so ein tock tock tock. Du hörst, wenn die Knochen aufeinander prallen. Laufe anschließend im Vorderfußgang, komme also mit dem Ballen zuerst auf und Du wirst folgendes hören: NICHTS.

Daran merkst Du schon, dass der Fuß durch den Ballen/ Vorderfuß gedämpft wird.

Wunderbar stimulierendes Barfußlaufen

Wenn Du barfuß läufst, dann gehst Du direkt auf den Fußreflexzonen von Herz und Lunge. Du stimulierst und unterstützt damit nicht nur den Kreislauf und die Atmung, sondern auch verschiedene Nerven im Fuß, wenn Du den Vorderfußgang praktizierst.

Läufst Du barfuß im Vorderfußgang, dann werden viel mehr Muskeln beansprucht, als wenn Du im Fersengang läufst. So kannst Du auch an kühleren Tagen barfuß unterwegs sein, ohne kalte Füße zu bekommen. Die beanspruchten Muskeln tragen dazu bei, dass der Fuß Wärme erzeugt.

barfuß am Wasser

Wenn Du jetzt Lust verspürst, barfuß zu laufen und den Vorderfußgang/ Ballengang auszuprobieren, dann rate ich Dir langsam zu beginnen. Die Muskulatur, welche dafür benötigt wird, ist verkümmert und muss erst einmal aktiviert und gestärkt werden, sonst kann die ganze Aktion schnell mit einer Überlastung einhergehen, die sich nicht so angenehm anfühlt.

Welche Schuhe sind für den Ballengang geeignet?

Barfuß laufen ist für mich die beste Option, ganz klar. Bei kühlerem Wetter oder anderen Umständen sind Barfußschuhe jedoch eine gute Option, den Ballengang auch in Schuhwerk zu praktizieren.

Im Winter trage ich meistens geschlossene Schuhe, die Marke Sole Runner Pure 2*, für den Sport nutze ich sehr gern meine Vibrams Five Fingers* und von Frühjahr bis Herbst und auf meinen Reisen in den Süden trage ich gern meine Barfußsandalen* von Vivobarefoot. Hier gibt es mehr Informationen dazu.

Im folgenden Youtube Video erzählen 5 Youtuber (inklusive mir) von ihren Erfahrungen mit verschiedenen Barfußschuhen:

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barfuß und fROH

Deine Silke

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4 Gedanken zu “Barfußlaufen – fühlen mit den Füßen

  1. Hallo Silke,
    ich fand es schon als Kind schrecklich, barfuß zu laufen. Vor kurzem habe ich allerdings einen Artikel gelesen, in dem die These aufgestellt wurde, dass unser Körper über die Füße freie Elektronen aufnehmen kann und diese im Körper freie Radikale binden. Da ich seit meiner Kindheit viel mit entzündlichen Krankheiten zu tun hatte, habe ich beschlossen, es auszuprobieren. Es war zwar eine Überwindung für mich, ich habe aber bei der nächsten Heuschnupfen-Attacke meine Schuhe ausgezogen und bin barfuß gelaufen. Binnen kurzem war Ruhe. Einige Zeit später wieder Heuschnupfen in Verbindung mit Hunden und Pferden. Und es hat auch da recht gut funktioniert. Tägliches barfußlaufen schaffe ich leider immer noch nicht.
    Das mit dem Ballengang hört sich sehr spannend an. Ich bin aufgrund einer angeborenen Muskelschwäche die ersten Jahre meines Lebens fast nur auf Zehenspitzen gelaufen. Meine Tochter hat dasselbe Syndrom, sie hat auf Zehenspitzen laufen gelernt und erst mit drei Jahren bei einer Reha den Fersengang erstmals gelernt. Bei ihr sind dadurch die Achillessehnen verkürzt, sie hatte deswegen schon Orthesen. Auch ich merke die Verkürzung bei mir, aber nicht so stark. Dein Artikel macht mir Mut, es nicht nur negativ zu sehen, sondern dem auch etwas Positives abgewinnen zu können.
    Liebe Grüße,
    Katharina

    • Liebe Katharina,

      herzlichen Dank für Deinen Kommentar mit Deiner Geschichte. Das liest sich super, wusste ich noch gar nicht mit den freien Elektronen. Freut mich, dass Dir der Artikel weitergeholfen hat. Ich wünsche Dir alles Gute und Liebe auf Deinem „barfuß“Weg.

      LG Silke

  2. Liebe Silke,

    ich praktiziere seit ca 2 Monaten Barfußlaufen. Ich fühle mich dabei super. Ok, ich habe deutliche Schmerzen in den Füßen sie sind auch leicht geschwollen des öfteren, aber das ist eher meinem derzeitigen Ernährung Tiefgang zu verdanken. Barfußlaufen schenkt mir persönlich einen so seltenen Freiheitsgefühl. Es ist einfach nur toll. Mann ist bei sich selbst. Leider muss ich bei der Arbeit wegen „Sicherheitsblabla“ Schuhe anziehen, aber um so mehr freue ich mich wenn ich sie nach der Arbeit ausziehen kann.
    Momentan macht mir zum schaffen der heiße Asphalt der auf meinen Wegen nicht immer zu vermeiden geht. Was machst Du da? Ich habe festgestellt das Asphalt einer der heißesten unterlagen ist. Kacheln heizen sich da aber auch sehr auf. Natur Stein ist da weng kühler. Kiesel sind jetzt nicht mein Liebling, am Anfang konnte ich nicht mal kurz darauf laufen, das hat echt sehr schmerzhaft, jetzt geht es mit Gänsehaut 🙂 (Reflexzonenmasage)
    Mein Favorit ist Grass. Eine kalte mit Tau bedeckte Wiese in der Früh auf dem Arbeitsweg ist sehr erfrischend.
    Mein Sohn (4) sollte, ca um den zweiten Lebensjahr, feste Schuhe tragen, da er viel auf den Spitzen gelaufen ist. Ich habe ihm gelassen. Klar hat er ein par feste Schuhe, aber keine Speziel wegen balerina gang. Er lauft jetzt auch drausen öfters barfuß. Steinchen mag er nicht besonders, und die hitze macht uns beiden zu schaffen. Ich bin schon gespannt was es uns noch für Erfahrungen bringt.
    Ich spüre semmtliche Muskeln im Fuß und Unterschenkel, von denen ich gar keine Ahnung hatte das es sie gibt. Ich spüre oft die Blicke andere Menschen, es ist unangenehm. Dennoch mache ich weiter.
    Danke für Deine Videos, Gedanken die Du mit uns teilst, und alles.
    Alles liebe
    Katy

    • Liebe Kathy, herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Es liest sich so gut. Danke für Dein Feedback. Freut mich so, zu lesen, wie Du Dich mit dem barfußlaufen vorantastest.

      Wenn es zu heiß ist, ziehe ich meine Vivobarefoot Sandalen. Gerade hier auf Sardinien ist es ab 12 Uhr nicht mehr möglich barfuß zu laufen. Die Straße, der Sand heizen sich unglaublich auf. Da mag auch mein Jüngster nicht mehr barfuß laufen. Heute ist es hier sehr windig, da konnten wir jederzeit barfuß laufen. Gleich gehen wir noch mal raus auf den Spielplatz, natürlich barfuß. Ja die Leute schauen schon komisch, vor allem hier auf Sardinien, das ist hier überhaupt nicht üblich. In Deutschland sieht man doch hin und wieder Barfußläufer, zumindest kenne ich jetzt so Einige. 🙂

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