Freie Menstruation – ohne Tampons, Binden & Co.

Kannst Du Dir unter der freien Menstruation irgendetwas vorstellen? Hast Du den Begriff schon einmal gehört?

Nachdem ich in meinem „Minimalismus im Bad“ Video (hier geht es zum Artikel dazu) erwähnte, dass ich die freie Menstruation praktiziere, bekam ich immer wieder Nachfragen, ob ich nicht mal beschreibe könne, was das genau ist.

Eine liebe Freundin hat mir von dieser Art des Menstruierens erzählt. Ich hatte vorher noch nie etwas davon gehört,  war begeistert und habe gedacht, das probiere ich aus.  Es fühlte sich für mich so natürlich an.

Ich praktiziere die freie Menstruation seit  circa anderthalb Jahren und habe vielfältige Erfahrungen damit sammeln können. Mit diesem Artikel möchte ich Dir vorstellen, wie frau ihre Menstruation auch praktizieren kann.

Die meisten Frauen verwenden für ihre monatlichen Regelblutung Binden, Tampons oder eine Menstruationstasse* und haben  von der freien Menstruation noch nicht viel gehört.

Was ist die freie Menstruation?

Es bedeutet, dass die Frau ihr Menstruationsblut frei in die Toilette lässt.

Während  der Menstruation rinnt nicht ständig Blut aus der Gebärmutter, sondern Blut und Schleim werden in Perioden ausgestoßen. Das ermöglicht der Frau in bestimmten  Intervallen ihr Blut frei in die Toilette zu lassen.

Das hat den Vorteil, dass die Gebärmutter das Blut frei abfließen lassen kann und der Muttermund keinen Stau ertragen muss. Wenn frau die freie Menstruation beherrscht,  fühlt es  sich einfach frei und sehr angenehm an.

Wie funktioniert die freie Menstruation?

Du wirst Dich jetzt sicher fragen, wie funktioniert das denn, wie oft muss man Blut ablassen, wie ist das, wenn frau arbeitet oder auf Reisen ist?

Wie oft Blut abgelassen wird, ist ganz individuell und hängt vom Zyklus und der Blutungsmenge ab. Manche Frauen müssen wohl gerade in den ersten Tagen, alle 10 bis 20 Minuten auf Toilette, um Blut abzulassen.

Ich gehe alle 30 bis 45 Minuten in den ersten ein bis zwei Tagen auf Toilette,  ab dem dritten Tag alle 2 Stunden und ab dem vierten Tag brauche ich gar nicht mehr darauf zu achten.

Ich gehörte zu den Frauen, die  unter Menstruationsbeschwerden litt und auch eine starke Blutung hatte.

Durch meine Ernährungsumstellung auf rohvegan, durch regelmäßiges Fasten und Entgiften verwandelte sich meine ehemals starke Blutung in eine leichte Blutung und ich kann die freie Menstruation unkompliziert praktizieren.

Frauen, welche die Menstruationstassen oder auch Tampons verwenden, spüren wahrscheinlich nicht die Intervalle, in denen die Gebärmutter das Blut fließen lässt.

Das spüren vor allem Frauen, die Binden verwenden. Genau, darauf kommt es bei dieser Praktik an. Wieder sich mit seinem Körper verbinden, einfach zu spüren, wann fließt das Blut und es dann im Bad herauslassen.

Ich las, dass viele Frauen circa 1 bis 5 Minuten benötigen, um eine Blutung herauszulassen. Bei mir dauert es maximal 20 bis 30 Sekunden, da meine Blutung nicht (mehr) so stark ist.

Als ich begann, die freie Menstruation zu praktizieren, war es für mich erst einmal ein merkwürdiges Gefühl, keine Hilfsmittel mehr zu verwenden. Ich hatte ja jahrelang Tampons verwendet und war am Anfang verunsichert. Das hatte die Folge, dass ich beim ersten Zyklus alle 10 bis 15 Minuten auf Toilette gegangen bin,  um zu spüren, in welchem Rhythmus ich denn Blut ablasse.

Meine Experimentierphase streckte sich über mehrere Zyklen. Wenn ich kleine Erledigungen oder Sport gemacht habe, nutzte ich weiterhin ein Hilfsmittel. Auch des Nachts traute ich mich in den ersten Monaten nicht, kein Auffangmittel zu verwenden.

Es bedarf schon ein paar Zyklen, damit frau ein Gefühl dafür bekommt, wie der Körper während der Menstruation  tickt. Die Frau muss sich selbst und ihrem Körper vertrauen lernen.

Als kleine Hilfsmittel können Slipeinlagen, Stoffbinden, Zellstofftücher oder mehrfach gefaltetes Toilettenpapier verwendet werden, so lange, bis man das Gefühl hat, nichts mehr zu brauchen.

Wie ist das mit der freien Menstruation nachts?

Irgendwann bin ich dazu übergegangen  auch nachts keine Tampons mehr zu verwenden. Im Liegen sind die Ablaufintervalle viel größer. Wer eine mittlere bis starke Blutung hat, muss meistens noch ein- bis zweimal die Nacht auf Toilette gehen und Blut ablassen.

Vor meiner Ernährungsumstellung auf rohvegan, benötigte ich nachts immer zwei  Hilfsmittel, vor allem in den ersten beiden Nächten. Meistens habe ich Tampons plus eine Binde oder eine Slipeinlage verwendet. Ich hätte niemals gedacht, dass es auch anders gehen könnte.

Nach einigen Zyklen habe ich auch nachts keine Hilfsmittel mehr verwendet, ich muss keine Toilette aufsuchen und kann angenehm durchschlafen.

Ich gehe vor dem Schlafen noch einmal auf Toilette, lasse die Blutmenge ab und lege mich zum Schlafen. Wenn ich morgens wach werde, ist mir bewusst, jetzt sollte ich in den nächsten 10 Minuten die Toilette aufsuchen. Ein bisschen den Beckenbodenmuskel anspannen, auf Toilette gehen und das Blut ablassen.

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Vorteile der freien Menstruation

  • Diese Praktik verkürzt bei den meisten Frauen die Blutungsdauer.
  • Es fällt weniger Verpackungsmüll an.
  • Du bekommst als Frau einen noch besseren Bezug zu Deinem Körper. Du spürst in Dich hinein, gehst nochmal eine ganz andere Verbindung mit Deinem Körper ein.

Gerade konventionelle Tampons und Binden verursachen bei vielen Frauen eine Reizung, die zu einer längeren Blutungsdauer führen kann.

In den konventionellen Binden und Tampons sind Chemikalien enthalten, welche auch wieder entgiftet werden wollen.

Konventionelle Tampons und Binden sind aus bedenklichem Pflanzenmaterial hergestellt, enthalten Duftstoffe und andere Chemikalien, die die empfindliche Vaginalflora schädigen können.

Mehr Informationen zu den Giftstoffen in Tampons findest Du auf der Homepage von netzfrauen.org. Hier geht es zum Artikel „Vorsicht! 85% aller Tampons sind mit Glyphosat von Monsanto verseucht“.

Frauen, die weiterhin Tampons und Binden verwenden möchten, rate ich auf biologische Produkte umzustellen: biologische Tampons* und biologische Binden*.

Jede Frau verwendet im Durchschnitt in ihrem Leben circa 17 000 Tampons oder Binden. Das ist eine unglaubliche Verschwendung, zudem sind diese Hilfsmittel in Plastik eingepackt.

Der Umwelt  zuliebe ist es auf alle Fälle von Vorteil, wenn mehr Frauen die freie Menstruation  praktizieren oder auf Menstruationstassen* umstellen

Nachteile der freien Menstruation

Die freie Menstruation lässt sich nicht praktizieren, wenn keine Toilette in der Nähe ist. Für viele Frauen, die berufstätig sind,  ist es im Berufsalltag oftmals nicht möglich, frei zu menstruieren.

Vor allem für Frauen, die mit Kunden oder Patienten zu tun haben und sich nicht die Möglichkeit ergibt, zwei- bis dreimal die Stunde die Toilette aufzusuchen ist es nicht machbar. Es bietet sich für solche Frauen an, in der Freizeit, am WE oder im Urlaub die freie Menstruation zu praktizieren, wenn es denn gewollt wird.

Ich arbeite seit 2 Jahren online, von zu Hause aus und kann problemlos frei meine Menstruation praktizieren.

Die freie Menstruation ist auf Reisen sehr unpraktisch. Dafür ist die Menstruationstasse wunderbar geeignet.

Wenn ich auf Reisen oder am Tag mehrere Stunden unterwegs bin und es unsicher ist, ob ich regelmäßig eine Toilette aufsuchen kann, verwende ich ein Hilfsmittel.

Wie startet frau mit der freien Menstruation?

Wenn Du die die freie Menstruation austesten möchtest, dann empfehle ich Dir es zuerst an freien Tagen zu praktizieren, im Urlaub oder am Abend nach dem stressigen Berufsalltag.

Einfach mal die Hilfsmittel weglassen und nur ein kleines Backup verwenden.

Spüre in Dich hinein.

Gehe am Anfang häufig auf Toilette, alle 10 Minuten.

Entspanne Dich und bleibe gelassen. Es nützt nichts, irgendwas erzwingen zu wollen.

Ich verspreche Dir, mit ein wenig Gespür für Deinen Körper, wirst Du fühlen, wann das Menstruationsblut aus der Gebärmutter fließt.

Natürliche Menstruation

Frei von Auffangmitteln zu bluten bedeutet für mich mehr Körperbewusstsein und Körperkontrolle.

Es gibt viele Frauen weltweit, die in weniger entwickelten Nationen leben oder sehr naturverbundene Frauen, die  keinerlei Hilfsmittel benötigen. Die freie Menstruation ist wohl die älteste Praktik der Frauen, ihre monatliche Blutung zu händeln.

Es ist von der Natur auch so vorgesehen, dass das Blut abfließen kann und sich nicht im Inneren ansammelt.

Ich stelle die Intensität der Menstruation der meisten Frauen der westlich zivilisierten Welt in Frage. Viele Frauen bluten viel zu stark und zu lang, die Blutungsintervalle sind sehr kurz und oft gehen mit der Menstruation auch unangenehme Begleitsymptome (Migräne, Unterleibsschmerzen, Fressattacken, Unwohlsein, Übelkeit usw.) einher.

Durch die Pille, durch Hormone im Wasser, durch ungesunde Ernährung, durch Medikamente, durch Stress, durch Umweltgifte wird die Menstruation beeinflusst.

Es ist wichtig für uns Frauen, wieder eine Natürlichkeit zu entwickeln, so dass wir die Menstruation unkompliziert und ohne Probleme erleben können.

Wenn Dir der Artikel gefallen hat, teile ihn gern mit Deinen Freunden! Wie wirkt meine Beschreibung der freien Menstruation auf Dich? Eher befremdlich oder macht es Dich neugierung, es auch einmal selbst auszuprobieren? Hinterlasse gern einen Kommentar unter diesem Artikel.

Herzensgrüße

Deine Silke

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9 Gedanken zu “Freie Menstruation – ohne Tampons, Binden & Co.

  1. Hallo Silke,
    vielen Dank für diesen interessanten Artikel!
    Ich habe schon vor einiger Zeit das Buch „Regelschmerzen ade! Die freie Menstruation: Methode ohne Binden, Tampons und Co“ von Caroline Oblasser gekauft.
    Es ist sehr interessant, aber sie macht das richtig systematisch, mit Zyklus-Tabellen, wo man sehr viele Werte eintragen soll.
    Dein Ansatz klingt deutlich unkomplizierter. Vielen Dank für die Inspiration!

  2. Liebe Silke,
    vielen Dank für deinen schönen Beitrag (Video). Du und dein schöner Zopf, direkt wie aus dem Erdteil entsprungen, in dem wir ja alle unsere Wurzeln haben sollen, und so wunderbar natürlich und erdverbunden mit deinem Beitrag, wie man es sich vorstellt und wünscht für sich selbst. Leider sieht die Realität bei vielen Frauen nicht so aus. Ich arbeite noch oder wieder daran. Vielen Dank für deine Sorge und Mühe um uns.
    Liebe Grüße
    Barbara

  3. Liebe Silke,
    danke für diesen wunderbaren Beitrag, der mir eine neue Welt eröffnet hat. Tatsächlich habe ich mir schon oft gedacht, wie haben das früher Frauen gemacht, und die Naturvölker? Tiere menstruieren ja auch, aber nur wir brauchen solche Hygieneartikel? Es ist unglaublich, wie sehr man sich von der Natürlichkeit entfernen kann. So gut sich deine Beschreibung für mich anhört, bin ich doch etwas ratlos, wie und ob ich das ausprobieren kann. Dass das Blut phasenweise ausfließt habe ich schon bemerkt. Aber eigentlich müsste man das ja dann schon vorher wahrnehmen, um noch genug Zeit zu haben, die Toilette aufzusuchen. Spürst du das also schon vorher? Andererseits bin ich wirklich auch schon viel unterwegs, das wäre mir viel zu unsicher. Ich könnte mich gar nicht enspannen in meinem Alltag. Nachts finde ich ebenfalls problematisch. Ich denke mir, das geht nur bei Frauen, die wenig Blut verlieren. Ich habe keine übermüßige Menstruation und ernähre mich seit jahren ebenfalls super gut, aber normalerweise habe ich die ersten zwei Tage auch nachts Blutung. Würde ich dann automatisch wach werden? Das kann ich mir kaumv orstellen…. Wenn du noch tipps für mich hast, würde ich mich freuen! Danke und liebe Grüße Caro

    • Liebe Caro,

      herzlichen Dank für Deine Zeilen. Ja, mit de rZeit bemerkt man, wann der nächste Blutschwall kommt. Ich habe mich mit der Zeit immer mehr reingefühlt und weiß jetzt, wann ich zur Toilette gehen muss. Bin ich unterwegs, verwende ich auch ein Hilfsmittel, vor alleim in den ersten 1 bis 2 Tagen. Ich werde nachts nicht wach. Früher habe ich auch Blutungen in der Nacht gehabt, in den letzten 2 Jahren nicht mehr. Es funktioniert ohne auch in der Nacht gut, auch in den ersten Tagen. LG

  4. Hallo, ich habe nach einem facebook-beitrag über „Menstruation ohne Hilfsmittel“ gesucht. Ich habe meiner Verlobten vorgeschlagen doch nachts keine Hilfsmittel zum Aufsaugen von Blut zu verwenden, wenn sie bei mir ist. Ich stelle mir vor, dass es irgendwie total ein unnatürliches Gefühl ist, wenn so eine Zellstoffbombe in der Scheide steckt. Als Juli-geborener und also Krebs soll ich ja stark vom Mond beeinflusst zu sein. Ich glaube auch an das Matriarchat. Keine Mutterschaft ohne Menstruation also genauer den Zyklus der Gebärmutterschleimhaut, deren Regeneration zur Menstruationsblutung führt. Wir opfern einmal im Monat ein Baumwollleintuch für 5 – 10 Euro für die Freiheit einer freien Frau. Aber ich konnte mir das bisher nur nachts vorstellen. Aus Deinem Video lese ich heraus, dass Du Dich noch nicht ganz von dem erlernten „Wissen“ befreit hast, dass Menstruationsblut schmutzig ist. Vielleicht solltest Du auch nicht auf die Toilette gehen, sondern ein Bidet verwenden. Die Erwähnung von Stuhlgang deutet auch darauf hin. Das Blut ist rein, es kommt direkt aus dem Inneren des Körpers. Jeder Zwang schränkt die freie Menstruation natürlicherweise ein. „Ich drücke noch etwas heraus“ – Zwang. Früher war es normal dass die Frauen während der Menstruation besondere Orte für die meditative Reinigung verwendeten. Z.B. gibt es beim alten Rathaus in Köln ein jüdisches Bad, das ist eine Quelle, die etwa 6 m in der Tiefe unter der Straße liegt. Dieses Bad wurde für die rituellen Bäder während der Menstruation in den Fels gehauen. Heute ist es ein Museum. Man steigt über eine schmale Treppe nach unten, wo fließendes Wasser eine keimarme Reinigung ermöglicht. Das Hinuntersteigen ist bereits Meditation. Männer hatten früher keinen Zugang. Übrigens gab es schon lange bevor Christen dort hinkamen eine jüdische Gemeinde in CCAA = Colonia Claudia Ara Agrippina ( Altar gestiftet von Agrippina in der Stadt die unter Kaiser Claudius gegründet wurde.

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